aktualisiert am 1. Januar 2018 | erstellt im September 2016

 

Deutsches Resilienz-Zentrum

Bei vielen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Sucht, Angst- oder Verhaltensstörungen spielen umweltbedingte Faktoren wie Stress oder belastende Lebensumstände eine wichtige Rolle. Im Vorfeld solcher Erkrankungen entwickeln sich häufig aus akuten stressvollen Überlastungssituationen in Beruf oder Familie chronische Überlastungen, die mit Symptomen wie Erschöpfung, Müdigkeit, Schmerzen, Schlafstörungen usw. einhergehen. Häufig werden solche chronischen Stressreaktionen als "Burnout" bezeichnet. Werden solche chronischen Stressreaktionen nicht rechtzeitig erkannt und wenden die Betroffenen negative Bewältigungsstrategien wie z.B. Alkohol- und Drogenkonsum an oder vernachlässigen Freizeit, Erholung und Privatleben, können diese Stressreaktionen je nach Veranlagung eines Menschen einen sogenannten Schwellenwert überschreiten und in psychische Erkrankungen wie die oben genannten übergehen (s. Abb.).

 

Prozessmodell der Entwicklung psychischer Störungen

Auf der anderen Seite aber weiß man, dass akute oder chronische Stressreaktionen nicht bei allen Menschen zur Entwicklung einer psychischen Erkrankung führen. Oder mit anderen Worten: Viele Menschen sind widerstandsfähig gegen Stress. Diese Widerstandsfähigkeit gegen Stress bezeichnet man als Resilienz. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen weiß man, dass (neuro-)biologische, psychische und soziale Ressourcen Schutzfaktoren darstellen, die dazu beitragen, die Entwicklung einer stressbedingten Erkrankung zu verhindern, indem sie den Anpassungsprozess an den Stressor positiv beeinflussen (s. Abb. unten). Einige dieser sogenannten Resilienz-Faktoren wie z.B. Optimismus, Selbstwirksamkeit, Emotionsregulation, Netzwerkorientierung, Lösungsorientierung, Zukunftsplanung und Akzeptanz können gestärkt und trainiert werden. Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit für ein negatives Entwicklungsergebnis wie z.B. "Burnout" oder eine psychische Erkrankung reduziert werden.

Quelle | Deutsches Reslilienz-Zentrum - drz.uni-mainz.de/resilienz-ambulanz

 

 

 


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