aktualisiert am 1. Januar 2018 | erstellt am 30. März 2017

 

erstellt am 20. Dezember 2016

Depression

Piloten mit Depressionen

Suizidgedanken im Cockpit

Eine Studie legt nahe, dass Hunderte Piloten depressiv sind. Doch warum herrscht über psychische Probleme im Cockpit so große Verschwiegenheit ?

Piloten mit psychischen Problemen: Befördert werden die Depressionen durch Einnahme hoher Dosen von Schlafmitteln und Schikanen im Beruf.

Bildquelle | austrianwings.info

Als im April 2015 ein Ko-Pilot einen Airbus 320 gezielt zum Absturz brachte und dabei 149 Personen in den Tod riss, stellte sich erst in den Wochen danach heraus, dass der Siebenunddreißigjährige unter Depressionen gelitten hatte. Über Jahre hinweg hatte Andreas Lubitz etliche Ärzte aufgesucht, die feststellten, dass er aufgrund seiner geistigen Verfassung lebensmüde war und damit fluguntauglich. Bekannt waren die Diagnosen seinem Umfeld und seinem Arbeitgeber aber nicht oder nur bedingt. Dass der Pilot aus Montabaur wohl kein Einzelfall ist, zeigt eine anonyme Online-Studie der Harvard T. H. Chan School of Public Health, die in der Nacht zu Donnerstag im Medizin-Journal „Environmental Health“ veröffentlicht wurde. Demnach könnten Hunderte Piloten unter Depressionen leiden und ihre geistige Verfassung verheimlichen, aus Angst, ihre Arbeit zu verlieren.

An der Studie nahmen 3485 Piloten aus mehr als 50 Ländern teil (überwiegend aus Amerika, Kanada und Australien), nur etwas mehr als die Hälfte füllte den Fragebogen aber komplett aus und beantwortete auch die Fragen zur persönlichen Gesundheit, die Ärzte standardmäßig verwenden, um Depressionen zu diagnostizieren. Dabei zeigten 233 von ihnen Anzeichen von Depressionen, 75 hatten zudem in den vergangenen sieben Tagen, in denen sie auch in einem Cockpit gesessen hatten, „Selbsttötungsgedanken“.

Vor allem männliche Piloten litten an Interesselosigkeit

Bei 193 (13,5 Prozent) könne von einer Depression gesprochen werden, so das Fazit der Wissenschaftler. Vor allem männliche Piloten gaben an, dass sie beinahe täglich an Interesselosigkeit litten, sie fühlten sich als Versager und würden denken, „tot seien sie besser dran“. Befördert würden die Depressionen bei den Vielfliegern durch die Einnahme hoher Dosen von Schlafmitteln und durch Schikane im Beruf.

 

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Quelle | Frankfurter Allgemeine | von Peter-Philipp Schmitt | Artikel vom 15.12.2016

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erstellt am 16. Dezember 2016

Depression

Depression: Viele Piloten sind gefährdet und suchen keine Hilfe

Hunderte Piloten weltweit könnten einer neuen Studie zufolge an Depressionen leiden – aber aus Angst vor Problemen im Job keine Hilfe suchen. Bei mehr als jedem zehnten Piloten, der an einer anonymen Online-Studie der Elite-Universität Harvard teilnahm, seien Anzeichen für eine Depression erkennbar, berichteten die Forscher. Ihre Studie veröffentlichten sie im Fachjournal «Environmental Health».
 
«Wir haben herausgefunden, dass viele Piloten, die derzeit fliegen, mit depressiven Symptomen kämpfen, und es könnte sein, dass sie keine Hilfe suchen, weil sie Angst vor negativen Auswirkungen auf ihre Karriere haben», sagte der Hauptautor der Studie, Assistenzprofessor Joseph Allen. «Es gibt einen Schleier der Verschwiegenheit um psychische Probleme im Cockpit.» Wegen des Stigmas um das Thema sei die Forschung nicht einfach.
 
An der anonymen Online-Studie nahmen 3500 Piloten aus mehr als 50 Ländern teil, rund die Hälfte davon beantwortete auch die Fragen zu ihrer psychischen Verfassung. Davon zeigten 12,6 Prozent Zeichen von Depression, rund vier Prozent berichteten von Selbsttötungsgedanken innerhalb der vergangenen zwei Wochen – besonders diejenigen, die hohe Dosen von Schlafmitteln nahmen oder sexuell oder verbal belästigt worden waren.
 
Weltweit leiden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 350 Millionen Menschen an Depressionen. In Deutschland sind es nach Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe rund fünf Prozent der Menschen zwischen 18 und 65, in den USA rund sieben Prozent.

Ein psychisch kranker deutscher Copilot hatte im März des vergangenen Jahres eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen absichtlich zum Absturz gebracht. Dabei waren alle 150 Insassen der Maschine getötet worden.

Quelle | Pharmazeutische Zeitung | Artikel vom 15.12.2016 | dpa

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German Wings Pilot nahm SSRI-Antidepressivum Citalopram

Erst ein Jahr nach dem katastrophalen Absturz des German Wings Flug 4U9525 erfahren wir, das vermutlich wichtigste Detail dieser Tragödie, bei der 150 Menschen ihr Leben verloren.

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Quelle | Depression-Heute

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erstellt am 8. Dezember 2016

Psychotherapie

Wenn die Seele Hilfe braucht

Was macht eine gute Psychotherapie aus ? Wem hilft welches Verfahren ? Und was genau geschieht dabei eigentlich in einem Menschen ?

Ein Randproblem? Ein Minderheitenphänomen? Gewiss nicht. Wer heute zum Therapeuten geht, ist damit in bester Gesellschaft und kann ruhigen Herzens den Blick schweifen lassen, auf der Straße, im Restaurant, in der Oper, im Bus: Jede zweite Frau, jeden dritten Mann trifft es einmal im Leben – ihre Seele wird krank. Mal vorübergehend, mal wiederkehrend, mal chronisch. Sie erleben Angstzustände, Traurigkeit bis hin zu völliger Lähmung, Zwangsgedanken, Schmerzen und vernichtenden Selbsthass. Und ihr Elend ist ihnen nur selten anzusehen.

Was ist zu tun, wenn Krieg herrscht im Kopf? Wenn der ganze Körper schreit, aber nichts zu hören ist und nichts zu finden mit all den medizinischen Messgeräten? In Deutschland stehen ambulant 28.000 Psychotherapeuten bereit für derartige Notlagen: In keinem Land der Welt ist die Versorgung mit Psychotherapie so gut wie hier, sie wird von den gesetzlichen Kassen meist umstandslos bezahlt. Eine Million Menschen sind pro Jahr in Behandlung, 1,5 Milliarden Euro lässt sich die Solidargemeinschaft allein die Therapie außerhalb der Kliniken kosten. Doch ist dieses Geld gut investiert, hilft das Sprechen wirklich? Und falls ja, wem hilft es und warum? Was geschieht in den Sitzungen bei den Seelenspezialisten, und in welcher Verfassung beenden die Patienten nach Monaten ihre Therapie?

 

Die junge Disziplin der Psychotherapieforschung hat zu diesen Fragen viel Erhellendes und Überraschendes hervorgebracht. Erfreuliches für die Patienten – und Selbstkritisches hinsichtlich der Therapien. "Während wir bei der Neuentwicklung von Arzneien gegen psychische Krankheiten auf der Stelle treten, gab es bei der Psychotherapie in den letzten zwanzig Jahren einen enormen Wissenszuwachs", sagt Martin Keck, Klinikdirektor am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. Die Aufmerksamkeit der Mediziner, Psychologen und Neurobiologen für das Thema scheint angebracht.

 

Denn: Am teuersten kommt es den Patienten und die Gesellschaft zu stehen, wenn psychische Leiden gar nicht oder falsch behandelt werden. Das errechnete jüngst das britische National Institute for Health and Care Excellence (Nice). Und das gilt auch für Deutschland. "Die Kosten für Arbeitsausfallzeiten, für Präsentismus, also Anwesenheit bei der Arbeit, obwohl man psychisch krank ist, und Frühverrentung sind extrem hoch", sagt Martin Bohus, Wissenschaftlicher Direktor am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Man kann sich ausmalen, was das bedeutet: Nach jüngsten Daten leiden allein neun Prozent der erwachsenen Deutschen binnen eines Jahres an einer Depression.

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Quelle | Zeit Online | von Corinna Schöps | Artikel vom 17. November 2016

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erstellt am 8. Dezember 2016

Psychologie |NEUROMODELING

Mit Mathematik gegen schwere Depressionen

 

Depressive leiden oft auch unter den Nebenwirkungen der Medikamente, die sie nehmen

Bildquelle | Getty Images

 

Forscher wollen psychische Krankheiten wie Depression mit Datenanalyse besser verstehen. Beim Neuromodeling wird Medizin mit Mathematik kombiniert, damit die Rückfallquote sinkt.

 

Gründe, um Antidepressiva abzusetzen, gibt es viele. „Ich will nicht ständig mit diesen Medikamenten leben“, sagt der 44-jährige Blerton (Name geändert), der bereits zweimal in seinem Leben von einer Depression erfasst wurde. Der zweite Schub liegt über ein Jahr zurück, den Familienvater plagten schlaflose Nächte und Panikattacken.

„Es war der Horror“, sagt er. Mit einer Therapie und Medikamenten bekam Blerton seine Depression in den Griff. Er spricht offen über seine Situation, auch über die Nebenwirkungen der Antidepressiva. Neben Übelkeit, Müdigkeit und Schlaflosigkeit litt er unter Erektionsstörungen.

Schrittweise reduziert Blerton derzeit die Menge der Antidepressiva-Tropfen, die er seit einem Jahr einnimmt. Obwohl sein Zustand stabil ist, hat er Bedenken. Denn das Rückfallrisiko bei Depressionskranken ist hoch und erhöht sich mit jeder weiteren Episode: Patienten wie Blerton, die bereits zweimal von einem Schub erfasst wurden, haben eine Rückfallquote von 70 Prozent.

Zeitpunkt zum Absetzen von Antidepressiva wird ausgelotet

Deshalb werden Antidepressiva oft sehr lange verschrieben. Da keine Tests oder Messungen existieren, die zuverlässig voraussagen können, wer einen Rückfall erleiden wird, werden Antidepressiva auch denjenigen Patienten lange empfohlen, die eigentlich nicht mehr davon profitieren – oder die Medikamente werden trotz hohem Risiko abgesetzt.

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Quelle | Welt N24 | von Mirijam Fuchs | Artikel vom 05.01.2016

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erstellt am 2. Dezember 2016

Arzneimittelsicherheit

Nebenwirkungen von Arzneimitteln melden: Europaweite Kampagne soll Patientinnen und Patienten sensibilisieren

In einer gemeinsamen Kampagne fordern alle europäischen Arzneimittelbehörden derzeit Patientinnen und Patienten dazu auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) zu melden. In Deutschland werden diese Meldungen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, bearbeitet. Beide Bundesinstitute weisen Patientinnen und Patienten ausdrücklich darauf hin, dass sie Verdachtsfälle auf Arzneimittelnebenwirkungen beziehungsweise Impfkomplikationen auch eigenständig und direkt an die Behörden melden können.

Die Meldungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Arzneimittelsicherheit, denn um Arzneimittelrisiken möglichst schnell identifizieren zu können, sind die Arzneimittelbehörden auf belastbare Daten und Risikosignale aus der Praxis angewiesen. „Je früher, häufiger und detaillierter die Arzneimittelbehörden Meldungen erhalten, desto früher können diese Risikosignale erkannt und bewertet werden, um bei Bedarf Maßnahmen zum Schutz der Patientinnen und Patienten zu treffen“, so Prof. Dr. Karl Broich, Präsident des BfArM. Aufgrund gesetzlicher Meldeverpflichtung erhalten die für Arzneimittel zuständigen Bundesinstitute diese Meldungen von Pharmaunternehmen sowie von Ärzten und Apothekern bzw. deren Arzneimittelkommissionen. Prof. Dr. Klaus Cichutek, der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, ergänzt dazu: „Seit 2012 können auch Patientinnen und Patienten, deren Angehörigen oder Freunde Verdachtsfälle von Nebenwirkungen direkt über ein Online-Formular an PEI und BfArM melden. Nutzen Sie bitte diese Möglichkeit, im Interesse aller Beteiligten“.

Die Arzneimittelüberwachungsbehörden filtern aus der Fülle der berichteten Symptome diejenigen heraus, die möglicherweise ein erstes Signal für eine bisher unbekannte Nebenwirkung sind.

Erfahrungsgemäß werden jedoch nicht alle möglichen Verdachtsfälle gemeldet. Die Gründe dafür sind vielfältig. So informieren Patientinnen und Patienten ihren Arzt nicht über jede Beobachtung oder der Zusammenhang zwischen einer Reaktion oder einem Symptom und dem Arzneimittel wird nicht hergestellt, weil beispielsweise die Symptome einer Grunderkrankung zugeordnet werden. Nebenwirkungen zu Arzneimitteln, die sich bereits länger auf dem Markt befinden, werden bekanntermaßen weniger häufig gemeldet als solche von neuen Arzneimitteln.

Sollte ein Verdacht noch nicht durch den Arzt oder Apotheker gemeldet worden sein, oder Betroffene sind unsicher, ob eine solche Meldung erfolgt ist, besteht für sie die Möglichkeit, diese Meldung auch selbst vorzunehmen. Sowohl das BfArM als auch das PEI bieten dazu auf ihren Internetseiten ein speziell für Verbraucher konzipiertes Online-Meldeformular an sowie einen Meldebogen, mit dem Verdachtsfälle auch per Brief oder Fax gemeldet werden können:

www.bfarm.de/uawmelden

www.pei.de/uawmelden

Wenn Sie den Verdacht einer Nebenwirkung melden möchten, beachten Sie bitte auch folgende Hinweise

Quelle | Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

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erstellt am 26. November 2016

Kreativ sein macht glücklich                              

Malen, Zeichen, Handarbeit oder Musik: Solche Freizeitbeschäftigungen wirken sich nachhaltig positiv auf die Gemütslage aus                            

 

 

© Drobot Dean - Fotolia.com

 

Egal ob Malen, Verse-Schmieden oder Komponieren – kreative Tätigkeiten können das Wohlbefinden vom einen auf den anderen Tag verbessern. Dies zeigte sich in einer aktuellen Studie aus Neuseeland. Ähnlich wie bei einer aufwärtsdrehenden Spirale könnte sich beides mit der Zeit sogar gegenseitig verstärken.

Bei der Analyse von Tagebuch-Einträgen fanden die Wissenschaftler um Dr. Tamlin Conner von der University of Otage ein Muster, nachdem sich Studienteilnehmer nach einem besonders kreativen Tag deutlich besser fühlten. Sie empfanden sich als enthusiastischer als sonst und insgesamt positiver. Für letzteres benutzten sie den Begriff des "Flourishing" (deutsch: "Erblühen"). Der Begriff beschreibt den Forschern zufolge positiven Wachstums in einem selbst. Zwar hatten die Wissenschaftler in ihrer Studie nicht speziell abgefragt, mit welcher Art kreativen Tuns sich die Teilnehmer die Zeit vertrieben hatten. Doch frühere Studien hatten gezeigt, dass am häufigsten das Komponieren von Liedern, kreatives Schreiben, Stricken und Häkeln, das Erfinden neuer Rezepte, Malen und Zeichnen, graphisches und digitales Design sowie Musikmachen genannt wurde.

Anhand von positiven Gefühlen wie Glück, Freude, Enthusiasmus oder positive Aufregung ließen sich jedoch nicht die kreativen Aktivitäten am Folgetag vorhersagen. In früheren Arbeiten hatten die Forscher allerdings zeigen können, dass solche positiven Emotionen die Kreativität am gleichen Tag steigern können. Daraus schließen die Forscher, dass sich beide Faktoren wie in einer Aufwärtsspirale gegenseitig verstärken könnten. Sprich: Wer etwas Kreatives tut, ist am Folgetag glücklicher und betätigt sich deshalb eher kreativ. Kreativität im Alltag könnte daher ein wichtiges Mittel sein, mit dem sich das psychische Wohlbefinden von Tag zu Tag verbessern lassen könnte, so das Fazit der Wissenschaftler.

 

Quelle | aponet.de | HH | Artikel vom 25. November 2016 

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erstellt am 15. November 2016

Forschung

 

" Wenn die Kindheit lange Schatten wirft "
Missbrauch und Misshandlung verändern Immunprozesse

Spuren finden sich bis heute in ihrem Blut: In den Körpern erwachsener Frauen, die als Kinder misshandelt, missbraucht oder vernachlässigt wurden, lassen sich noch Jahre danach erhöhte Entzündungswerte nachweisen. Die Folgen sind nicht nur ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen, sondern auch für bestimmte altersassoziierte körperliche Erkrankungen. Bislang war unklar, welche molekularen Mechanismen diesem chronischen Entzündungszustand zugrunde liegen. Nun ist es Wissenschaftlern der Ulmer Universität und Uni-Klinik gelungen, veränderte Prozesse in den Immunzellen, genauer in den Zell-"Kraftwerken" (Mitochondrien), sowie oxidativen Stress als möglichen Mit-Verursacher zu enttarnen. Ihre Erkenntnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift "Mitochondrion" veröffentlicht.

 Entzündliche Prozesse im Körper sind eine natürliche Antwort des Immunsystems auf beispielsweise Krankheitserreger oder Verletzungen des Gewebes. Im Normalfall klingen sie nach kurzer Zeit ab, weil der Körper sie - mit medikamentöser Unterstützung oder ohne - erfolgreich bekämpft hat. "Langfristig bestehende Entzündungen können jedoch auf Dauer die Struktur sowie die Funktion von Zellen schädigen und...

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Quelle | Universität Ulm | von Marieke Behnel / Abteilung für Klinische und Biologische Psychologie | Artikel vom 20. Oktober 2016
 

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erstellt am 8. November 2016

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen: Patienten sollen mehr melden

Europaweit fordern jetzt alle europäischen Arzneimittelbehörden verstärkt Patienten auf, ihnen Verdachtsfälle von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) direkt zu melden. Denn die Behörden seien auf Risikosignale aus der Praxis und eine breite Datenbasis angewiesen, um Arzneimittelrisiken möglichst schnell identifizieren zu können, heißt es zum Auftakt der Informationskampagne in einer gemeinsamen Presseerklärung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel.
 
«Je früher, häufiger und detaillierter die Arzneimittelbehörden Meldungen erhalten, desto früher können diese Risikosignale erkannt und bewertet werden, um bei Bedarf Maßnahmen zum Schutz der Patientinnen und Patienten zu treffen», so Professor Dr. Karl Broich, Präsident des BfArM. Früher konnten Ärzte, Apotheker, deren Arzneimittelkommissionen sowie die betroffenen Pharmafirmen Nebenwirkungen den Behörden melden. Seit 2012 können das auch Patienten oder deren Angehörige und Freunde über ein extra für Verbraucher konzipiertes Online-Formular. «Nutzen Sie bitte diese Möglichkeit, im Interesse aller Beteiligten», bat PEI-Präsident Professor Dr. Klaus Cichutek.

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Quelle | Pharmazeutische Zeitung | Artikel vom 7.11.2016 | PZ

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erstellt am 8. November 2016

Psychiatrie

Die dümmste Diagnose in der Psychiatrie

Die Diagnose "Anpassungsstörung" bedeutet nicht, dass wir uns mehr anpassen sollen.

Die dümmste Diagnose in der Psychiatrie ist gleichzeitig eine der häufigsten. Dass wir auf belastende Ereignisse in unserem Leben emotional reagieren, wird jedem einleuchten. Diese Reaktionen umfassen, wenn sie ausgeprägter sind als „normal“, Angst, Depression, Gereiztheit, sozialer Rückzug, Schlafstörungen, Gedankenkreisen und anderes mehr.

Dass ich „normal“ in Anführungszeichen gesetzt habe, hat seinen Grund. Die „Normalität“ einer Reaktion auf Belastungen ist schwer zu definieren.
 Wenn z.B. ein Haustier stirbt, hängt die Reaktion des Besitzers von vielen Faktoren ab: Wie alt war das Tier? Hat es den Besitzer durch schwierige Lebensphasen begleitet? War es treu, als sich alle Freunde abgewendet hatten? War es der einzige Trost in schweren Zeiten? Oder war das Tier lästig, hat die Urlaubsplanung erschwert, hat viel Geld gekostet und die Wohnung verunreinigt?

Kriterien für eine Anpassungsstörung

In diesem Spektrum zwischen einer von außen noch als „normal“ oder schon als „übertrieben“ gewertete Reaktion auf Belastungen findet sich die dümmste Diagnose der Psychiatrie: Die Anpassungsstörung (ICD F43.2).

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Quelle | DockCheck News | von Dr. med. Peter Teuschel | Artikel vom 27. Oktober 2016

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erstellt am 8. November 2016

Lobbyismus

 

So entlarven sie jeden Tarnverein

Unternehmen und Lobbys gründen Vereine und Arbeitskreise, um angeblich unabhängig über Gesundheitsthemen aufzuklären. Wir verraten, wie sie nicht mehr darauf reinfallen.

 

Eine "Informationsstelle für Kariesprophylaxe" will einen vor Karies schützen – zumindest sollte man meinen, dass das ihr eigentlicher Auftrag ist. Doch ihr geht es um etwas anderes: Sie will die öffentliche Meinung dahingehend beeinflussen, dass fluoridiertes Salz gut für die Zähne sei. Bezahlt wird die Stelle von der Salzindustrie, die fluoridhaltiges Salz verkaufen will. Die "Informationsstelle" ist ein Deckmantel.

Auch der "Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten" sorgt sich bereits seit Jahrzehnten um unsere Zähne. Er empfiehlt, dass wir alles essen können, wenn wir nur richtig kauen und danach die Zähne ordentlich putzen. Dass Zucker schädlich für die Zähne ist, wird verschwiegen. Vielleicht weil die Zuckerlobby die Initiative betreibt ?

 

Nicht nur Zahnhygiene, auch Schmerzen oder Vitamine sind beliebte Themen, zu denen man im Internet wissenschaftliche Vereine findet. Sie wollen mit Pressemitteilungen, Broschüren, Infotelefonen und sogar Spielen für den Kindergarten angeblich neutral aufklären. Doch einige von ihnen haben eben andere Interessen. Hinter ihnen stecken die Pharmakonzerne Sanofi, Pfizer oder Mundipharma sowie die Lebensmittellobby. Nur: Für Patienten ist das nicht transparent

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Quelle | Zeit Online - Wirtschaft | von Christian Fuchs | Artikel vom 20. Oktober 2016

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erstellt am 20. Oktoberber 2016

Internet

Zum Welttag der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober 2016, 

stellte die Stiftung Deutsche Depressionshilfe

ihr Selbstmangement-Programm "iFightDepression" online. Es ist das erste kostenfreie, mehrsprachige und von Ärzten begleitete Tool für Patienten mit leichteren Depressionsformen. Betroffene ab 15 Jahren können das Programm nach Einladung durch einen geschulten Hausarzt oder Psychotherapeuten von zu Hause aus sofort nutzen. Die Experten halten den Kontakt zum Patienten über die gesamte Nutzungszeit aufrecht. So kann das Tool beispielsweise helfen, die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken.
Die deutschsprachige Variante wird im Rahmen der Kooperation mit der Deutsche Bahn Stiftung angeboten.

Quelle | Stiftung Deutsche Depressionshilfe

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erstellt am 20. Oktoberber 2016

Medikamente

Blutdrucksenker wirken auch auf die Psyche
 

Wissenschaftler hatten die Daten von rund 256.000 Studienteilnehmern analysiert, von denen über die Hälfte wegen Bluthochdruck mit Blutdrucksenkern behandelt worden war.
Wie die Forscher berichten, hatte es im Studienzeitraum von fünf Jahren 299 Krankenhausaufnahmen wegen psychischer Störungen gegeben, vor allem wegen schwerer Depressionen...
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Quelle | Gesundheitsportal der deutschen Apothekerinnen -  aponet.de | Artikel vom 18. Oktober 2016

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erstellt am 15. Oktoberber 2016

Psychoneuroimmunologie

Selbstzerstörung bei Stress ?

Die Psychoneuroimmunologie beschäftigt sich mit der Wechselwirkung von Psyche, Nerven- und Immunsystem. Ergebnisse der psychoneuroimmunologischen Forschung weisen auf konkrete Zusammenhänge von Stress und der Entstehung sowie dem Verlauf von Autoimmunerkrankungen hin. Während klassische Studiendesigns teilweise widersprüchliche Resultate zutage fördern, erlauben neue Forschungsansätze erste valide Aussagen.

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Dr. med. Christian Schubert

Medizinische Universität Innsbruck
Department für Psychiatrie und Psychotherapie
Klinik für Medizinische Psychologie

Quelle | Haug - Deutsche Heilpraktiker-Zeitschrift 2016 | Dr. med. Christian Schubert

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erstellt am 15. Oktoberber 2016

Psychopharmaka

Der Antidepressiva - Reflex

Mal einfach gedacht: Wenn einer eine Infektion hat, gibt man ihm ein Antiinfektivum. Gegen Vergiftungen helfen Gegengifte (Antidots), gegen Terror setzt man Anti-Terror-Einheiten ein, gegen Faschisten machen Antifaschisten mobil. Und was tut man gegen eine Depression ? Klar: Antidepressiva geben. Oder ?

Sprache verführt

Dass hier Sprache verführt und man dem immer noch gesellschaftlich tief verankerten Irrtum nach einfachen, mechanistischen Ursache-Wirkungs-Prinzipien aufsitzt, wird schnell erkennbar. Ihnen fallen sicher sofort einige Infektionen ein, bei denen man im klinischen Alltag keine Antiinfektiva gibt, da sie nichts nutzen oder ihr Nutzen nicht die Nachteile überwiegt.

Allgemein ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, dass Sprache unser Denken prägt und Denken Vereinfachungen braucht. Doch in folgendem Zusammenhang gerate ich zunehmend ins Zweifeln:

Der Antidepressiva-Reflex

Die Ursachen depressiver Erkrankungen.....weiter geht es hier

Quelle | Psychosomatikum - Blog | Dr. med. Alexander Kugelstadt | Artikel vom 10. Oktober 2016

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Soziales

Einführung eines bundeseinheitlichen Medikationsplans am 1. Oktober 2016

Patienten haben ab 1. Oktober 2016 Anspruch auf einen sogenannten bundeseinheitlichen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei verordnete, systemisch wirkende Medikamente gleichzeitig einnehmen beziehungsweise anwenden. Die Anwendung muss dauerhaft – über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen – vorgesehen sein.

Die Einführung eines bundeseinheitlichen Medikationsplans hatte der Bundestag mit dem E-Health-Gesetz beschlossen. Ziel ist es, den Patienten mit dem Medikationsplan bei der richtigen Einnahme seiner Medikamente zu unterstützen.

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Quelle | Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)  - kbv.de

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Selbsthilfe

Selbsthilfe bei psychischen Leiden besonders wichtig

DAK-Gesundheit: Für jeden Zweiten sind Selbsthilfegruppen mitunter wichtiger als Ärzte und Psychologen

Selbsthilfegruppen sind für junge und alte Menschen von großer Bedeutung. Sie können manchmal sogar wichtiger sein als Ärzte und Psychologen. Dieser Meinung ist nahezu jeder zweite Deutsche (47 Prozent), so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der DAK-Gesundheit. Dafür hat das Forsa-Institut mehr als 1.000 Menschen in Deutschland befragt. Besonders wichtig ist der Austausch bei Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen, aber auch bei lebensbedrohlichen Krankheiten wie Krebs.

Acht von zehn Menschen halten Selbsthilfegruppen für eine sinnvolle Ergänzung zur ärztlichen Behandlung. Das gilt vor allem bei psychischen Erkrankungen, die in den vergangenen Jahren immer häufiger diagnostiziert wurden. Im ersten Halbjahr 2016 belegten Depressionen, Anpassungsstörungen und andere psychische Leiden den dritten Platz der Fehltage-Statistik der DAK-Gesundheit. Aber auch bei lebensbedrohlichen Krankheiten und chronischen Leiden wie Diabetes finden die Befragten Selbsthilfegruppen sinnvoll. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen ist Frauen und Männern aller Altersgruppen gleichermaßen wichtig.

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Quelle | DAK Gesundheit dak.de | letzter aktualisierter Artikel vom 10.08.2016

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Psychopharmaka

Psychopharmaka-Verordnungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland

Kinder und Jugendliche bekommen häufiger Psychopharmaka
Dies ergab eine bisher größte Untersuchung (Bundesweite Auswertung von über 4 Millionen gesetzlich Versicherten von 2004 bis 2012)
zu Trends im Psychopharmakagebrauch bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Originalarbeit

 

Quelle | Deutsches Ärzteblatt | Jg. 113 | Heft 22–23 | 6. Juni 2016

 

 

 


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